Geschrieben von ski am 25. August 2022
Das Ende der Wanderklassen: das C-Gebäude ist eröffnet
Die KGS Bad Lauterberg kann mit dem 2,5 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau ins neue Schuljahr starten




Am letzten Ferientag (24.08.2022) konnte die Schulleiterin der KGS Bad Lauterberg endlich den neuen Anbau offiziell eröffnen: das neue C-Gebäude in Containerbauweise ist fertig und wird ab diesem Schuljahr voll genutzt.
Nach einem jahrelangen politischen Ringen hatte nach der endgültigen Beschlussfassung und Planung auch die Ausführung viel länger gedauert, als vorgesehen: hier führt der Landkreis insbesondere Mangel an Material und Handwerkern als Gründe an. Im Juni 2021 war man noch optimistisch gewesen und hatte die Eröffnung des neuen Gebäudes für September (des gleichen Jahres!) angekündigt, im November war dann von Februar die Rede. Nun, mit einem Jahr Verzögerung, hat die Raumnot an der KGS endlich ein Ende.
Zur Eröffnung kamen Landrat Marcel Riethig und Bad Lauterbergs stellvertretender Bürgermeister Uwe Speit, Dr. Jan Eckhoff von der Landesschulbehörde, aber auch der ehemalige Rektor Rainer Jakobi und der gerade erst verabschiedete stellvertretende Schulleiter Arno Bierwirth, die jahrelang für das Projekt gekämpft hatten, nebst vielen weiteren Teilnehmern.
Raumnot und die Suche nach dem Machbaren
Die neuen Räume wurden lange schon von der Schulleitung der KGS aufgrund der immer schlimmer werdenden Platznot gefordert. „Es war ein langer Prozess, viele Alternativen wurden geprüft, mögliche Außenstellen erwogen - letztlich war es ein Austausch um das Machbare, ein konstruktiver Austausch auf Augenhöhe“, so Schulleiterin Schweer. Gewünscht hatte sich das Kollegium ursprünglich eine Aufstockung des Klassentrakts, um kürzere Wege zu haben. Dies war jedoch vom Landkreis als nicht finanzierbar verworfen worden. Schließlich einigte man sich auf einen Anbau in Containerbauweise, der ebenerdig und barrierefrei neben der Turnhalle entstanden ist. Acht Klassenräume, zwei Büros, dazu Sanitärräume, Arbeitsräume und ein Aufenthaltsraum sind so entstanden. „Jetzt haben wir endlich keine Wanderklassen mehr“, so die Rektorin zufrieden. Die Raumnot war bereits vor der Einführung der gymnasialen Oberstufe groß – sogenannte Wanderklassen ohne eigenes Klassenzimmer hatte es schon davor gegeben – aber durch die Oberstufenklassen herrschte die letzen Jahre besonders großer Mangel an Räumlichkeiten. Ausdrücklich bedankte sie sich beim Landkreis und den zuständigen Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit - und bei den beiden Hausmeistern der KGS, die die ganze Bauphase hindurch die Schulleitung tatkräftig unterstützt haben.
Etwas Ruhe und beste technische Ausstattung für die künftigen Abiturienten
Eben diese gymnasiale Oberstufe wird nun künftig den neuen Trakt bevölkern und dort die nötige Ruhe vom allgemeinen Schulgewimmel sowie die modernste technische Ausstattung finden. Für die Freistunden, die in der Oberstufe häufig zwischen den Kursen entstehen, gibt es hier Aufenthalts- und Arbeitsräume. Die Smartboards sind auf dem neuesten Stand, werden aber in den kommenden Jahren auch in den anderen Klassenzimmern im A- und B-Gebäude nachgerüstet. Besonders freuen sich die Schulleitung und das Kollegium aber über das gelungene Farbkonzept, das dem neuen Trakt eine helle, freundliche, aber nicht zu unruhige Ausstrahlung gibt. Auch hier wurde ein Kompromiss gefunden, nachdem das ursprünglich mit Farbverläufen geplante Konzept sich als zu teuer erwies. Auch das Thema Nachhaltigkeit wurde mitbedacht: auf dem Dach arbeitet eine Photovoltaikanlage.
Landrat Marcel Riethig, der erst einmal selbst zur Trompete gegriffen hatte, um das Quartett zu komplettieren, das die gelungene musikalische Umrahmung verantwortete, freute sich über die Eröffnung. „Das ist der Höhe- und Schlusspunkt einer langen Diskussion, die wir uns nicht einfach gemacht haben“. Er lobte die KGS als Bildungs- und Kompetenzzentrum. Man habe hier das Wünschenswerte mit dem Machbaren verbunden, die Kosten von 2,5 Millionen Euro seien gut investiertes Geld. Schließlich sei der Schulstandort auch für Gemeinden im Umkreis wie Bad Sachsa, Walkenried und Herzberg von Bedeutung.
Auch Bad Lauterbergs stellvertretender Bürgermeister Uwe Speit würdigte die KGS: „Dieses Erfolgsrezept hat sich durchgesetzt“. Als Vater dreier Töchter hat er selbst erlebt, was Wanderklassen bedeuten. Er erinnerte aber auch daran, dass der jetzige Anbau finanziell erst durch die Fusion der Landkreise Osterode und Göttingen möglich geworden ist – „in einem kleinen Landkreis wäre eine solche Investition finanziell einfach nicht möglich gewesen“.
Derzeit gibt es aber dennoch Baustellen an der KGS: investiert wird vor allem in den Brandschutz, etwa durch Brandsicherheitstüren im A-Gebäude, vor dem Eingang zur Turnhalle entsteht eine Rampe zum barrierefreien Zugang.