Geschrieben von ski am 07. Januar 2023
Neujahrsempfang mit Nachwirkungen
Bürgermeister Rolf Lange wünscht Gegendarstellung – und wirft damit weitere Fragen auf


Am Neujahrstag begrüßte Maik Dombrowsky wieder zahlreiche Gäste zum Neujahrsempfang am Wiesenbeker Teich, darunter viele bekannte Lauterberger Gesichter. Wer diesmal nicht dabei war: Bürgermeister Rolf Lange. Dieser ist auch Verbandsvorsteher des Abwasserverbands Bad Lauterberg, der derzeit einen Rechtsstreit mit Dombrowsky ausficht. Dabei geht es um eine vom Abwasserverband betriebene Pumpstation am Wiesenbeker Teich (wir berichteten ausführlich hier). Langes Abwesenheit beim Neujahrsempfang war also keine Überraschung für alle, die die Verhältnisse und die beteiligten Personen kennen.
Lange hat sich nun an LauterNEUES gewandt mit dem Wunsch nach einer Gegendarstellung zu unserem Bericht: der Bürgermeister legt großen Wert darauf, dass er nicht etwa den Neujahrsempfang abgesagt habe, sondern gar nicht erst dazu eingeladen worden war. Man habe ihm sogar einmal wörtlich nahegelegt, dass er nicht zu erscheinen brauche.
Man kann den Wunsch nach einer Gegendarstellung angesichts dieser Banalität amüsant finden (oder sich über die Dünnhäutigkeit des Kommunalpolitikers wundern), aber Langes weiteres Begehren ist erstaunlich: der Bürgermeister wünscht nämlich zudem eine „Richtigstellung“ dahingehend, dass der Abwasserverband gar nie vorgehabt habe, den Betrieb der Pumpstation einzustellen. Er habe nur eine „rechtssichere Lage“ herbeiführen wollen. Wörtlich schreibt Lange: „Dass die Pumpstation weiterbetrieben wird, stand niemals zur Diskussion, nur nicht, unter welchen Voraussetzungen.“
Aussage Langes passt nicht zu den vorliegenden Unterlagen
Das allerdings entspricht nach Kenntnissen von LauterNEUES keineswegs den Tatsachen: in einem Schreiben vom 31.08.22 lässt der Abwasserverband gegenüber Dombrowsky durch einen Anwalt erklären, das Betreiben der Pumpstation sei nicht Aufgabe des Verbandes, die Pumpstation werde daher zum 31.12.2022 vom Strom getrennt. Das Schreiben liegt der LauterNEUES-Redaktion vor. Genau gegen diese Ankündigung des Abwasserverbands, die Pumpstation nicht weiterbetreiben zu wollen, richtete sich ja das Rechtsbegehren von Dombrowsky, der dadurch seinen Anschluss ans öffentliche Kanalnetz und damit seine Betriebsgenehmigung verloren hätte. Die Darstellung Rolf Langes widerspricht damit den uns vorliegenden Unterlagen und wirft die Frage auf, ob er die Fakten nicht kennt oder ob er die Angelegenheit bewusst falsch darstellt.
Die Hintergründe des gesamten Streits zwischen dem Abwasserverband und Maik Dombrowsky haben wir in diesem Beitrag näher beleuchtet. Das Verfahren ist derzeit noch nicht vollständig abgeschlossen, und die Beteiligten haben offenbar Stillschweigen über die Details vereinbart. Aber die Pumpstation am Wiesenbeker Teich ist weiterhin in Betrieb. Damit hat Dombrowsky sein Hauptziel erreicht und kann die Baude und den Campingplatz weiterbetreiben. Die gute Laune beim Neujahrsempfang auf dem Wiesenbek hatte also gute Gründe – die frostige Stimmung zwischen den Beteiligten dürfte erst einmal bleiben.