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Geschrieben von PM am 13. Februar 2015
Hintergrund

GEW: „Zur verfahrenen Grundschul-Situation in Bad Lauterberg“

Stellungnahme des Ortsverbandes Bad Lauterberg / Bad Sachsa der Bildungsgewerkschaft GEW vom 10.02.2015

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Der Ortsverband Bad Lauterberg/Bad Sachsa der Bildungsgewerkschaft GEW hat auf seiner Jahreshauptversammlung am Dienstag (10.02.2015) eine Stellungnahme zur Grundschul-Debatte in Bad Lauterberg diskutiert und verabschiedet. LauterNEUES dokumentiert die Stellungnahme im Wortlaut:

 

„Der Ratsbeschluss, sich bis 2016 auf eine einzige Grundschule für ganz Bad Lauterberg beschränken zu wollen, war grundfalsch. Es ist zu bedauern, dass Warnungen der GEW und anderer im Vorfeld des Beschlusses in den Wind geschlagen wurden.

Nach wie vor und auf absehbare Zeit erlauben es die Schülerzahlen, mehr als eine Grundschule sinnvoll zu betreiben, besonders wenn man angemessen berücksichtigt, welche Aufgaben Grundschulen bereits heute und in wachsendem Umfang und mit wachsendem Raumbedarf in Zukunft zu erfüllen haben (z.B. Inklusion, Betreuungsaufgaben). Ebenso wie beim anderen Schnellschuss, dem Wegstreichen der Jugendpflegerstelle, ist viel zu wenig sachbezogen diskutiert worden, vor allem ob und in welcher Form vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Schulprofile die Zusammenfassung von Grundschulen pädagogischen Sinn entfalten kann.

Um 150.000 Euro, die als Betriebskosten für zwei Grundschulen veranschlagt wurden, einzusparen, muss der Rat der Stadt andere Haushaltsposten finden und vor allem finden wollen. Das Land als Entschuldungspartner hat der Stadt keine Schulschließungen als „alternativlos“ angeraten oder gar angeordnet.

Wer in Rat und Verwaltung Entscheidungen zu treffen und verantwortungsvoll vorzubereiten hat, sollte sich den Leitartikel „Schützt die kleinen Grundschulen“ (Armin Maus, Braunschweiger Zeitung vom 31.01.2015) zu Herzen nehmen, der die Bedeutung der Schule im Ort in größerem Zusammenhang beleuchtet.

Wer glaubt, mit Schulschließungen kaufmännisch richtig zu handeln, irrt, denn als Folgen sinken die Einwohnerzahlen in betroffenen Ortsteilen. Mehr Häuser werden leer stehen, Steuern zahlende Geschäfte werden schließen. Aber auch dort werden weiterhin Straßen zu beleuchten und zu flicken sein, auch wenn aus solchen teilentvölkerten Ortsteilen weniger Einnahmen in den Stadtsäckel fließen werden.

Wie wir im November schon angedeutet haben, ist die vom Land zunächst vorgesehene Eignung aller Schulen für die Inklusion aller Kinder vom Tisch, Schwerpunktschulen für Kinder mit körperlich-motorischen Behinderungen zu bilden ist weiterhin erlaubt.

Rat und Verwaltung müssen auf alle Bürger, auch in den Stadtteilen, zugehen, um die Beschlusslage vernünftig und sachverständig abzuwandeln – zu Gunsten der Kinder und ihrer Schulbildung unter guten Rahmenbedingungen in zukunftsfähigen Grundschulen. Wir empfehlen dringend, die Beschränkung auf eine einzige Grundschule zurückzunehmen, nach fünf Jahren Sachargumente und Schülerzahlen neu zu gewichten und dann erneut über eine sinnvolle Grundschullandschaft für Bad Lauterberg zu entscheiden. Die übereilte Zerstörung von Strukturen kostet auch erhebliche Geldbeträge, und sie ist irreparabel.“


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