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Montag, 15. April 2024
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Geschrieben von Boris Janssen am 16. Juli 2014.
Politik

B 243: Freigabe für September geplant

Und weiteres aus dem Bauausschuss: Lkw-Lärm an der Bockelnhagener Straße, der Bartolfelder Dorfteich, Scholmwehr und noch mehr

Ein bisschen ist noch zu tun, aber ab September soll der B-243-Verkehr endlich über die Winkeltalbrücke fließen…
Ein bisschen ist noch zu tun, aber ab September soll der B-243-Verkehr endlich über die Winkeltalbrücke fließen…
…und vor allem endlich an Barbis und Osterhagen (Foto) vorbei.
…und vor allem endlich an Barbis und Osterhagen (Foto) vorbei.
Bockelnhagener Straße: Ausgerechnet an der engsten Stelle gibt’s die größten Schlaglöcher – ausweichen kaum möglich…
Bockelnhagener Straße: Ausgerechnet an der engsten Stelle gibt’s die größten Schlaglöcher – ausweichen kaum möglich…
…da schüttelt’s Fahrradfahrer ordentlich durch – und große Laster erst einmal.
…da schüttelt’s Fahrradfahrer ordentlich durch – und große Laster erst einmal.

Die B 243 neu soll Anfang September freigegeben werden. Die Bockelnhagener Straße in Bartolfelde wird von 40-Tonnern heimgesucht und müsste saniert werden. Die Entschlammung des Dorfteiches finden viele Bartolfelder missglückt. Und eine Sanierung des Scholmwehrs dürfte hundeteuer werden. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus der Sitzung des Bauausschusses vom Montag (14.07.2014).

 

Endlich: Ortsumgehung bald offen

Darauf haben die Barbiser und Osterhagener fast 25 Jahre gewartet, im September soll es nun definitiv so weit sein: Die Ortsumgehung B 243 neu soll nach sechs Jahren Bauzeit freigegeben werden. Als konkreter Termin steht Freitag, der 5. September, im Raum. Hundertprozentig fest ist das aber noch nicht – vermutlich wird ein Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium anreisen, und deren Terminpläne sind für gewöhnlich äußerst stramm. Dem Vernehmen nach ist an diesem offiziellen Tag eine kleine Zeremonie am größten Bauwerk der neuen Straße geplant, der Brücke zur Koldung.

Eigentlich hatte sich Bürgermeister Dr. Thomas Gans ja im Vorfeld der langersehnten Freigabe ein Bürgerfest auf der neuen Straße gewünscht. Nun aber komme der Termin doch recht kurzfristig, erklärte er nach der Sitzung. Jetzt stehe erst einmal das Badejubiläum an und in den Sommerferien danach sei natürlich auch in der Stadtverwaltung Urlaubshöhepunkt. Da könne die Stadt wohl leider nichts Großes mehr auf die Beine stellen. Der Verein für Handel und Gewerbe habe allerdings bereits Unterstützung zugesagt.

 

Nervig: Mautumgehung über Bartolfelde

Während die einen sich allmählich auf Ruhe freuen können, machten Anwohner der Bockelnhagener Straße in der Einwohnerfragestunde auf ein neues Lärmproblem aufmerksam. Auf der zum Teil sehr schmalen Ortsstraße nehme seit geraumer Zeit der Schwerlastverkehr deutlich zu. Auch nachts fahre so mancher 40-Tonner durch das Dorf. Auf ihre ungewöhnliche Routenführung angesprochen hätten Brummifahrer freimütig zugegeben, dass sie sich mit dem Weg über Bartolfelde und die B 243 einfach die Lkw-Maut auf der A 38 nach Halle sparen wollen.

Besonders ärgerlich daran sei, dass insbesondere leere Laster auf der Schlaglochpiste ordentlich Radau machten. Das komme auch bei den Feriengästen nicht so gut an, die in der Bockelnhagener Straße ihr Urlaubsquartier bezogen haben.

Bauamtsleiterin Anette Gödecke kennt das Problem nur zu gut. Die Straße müsse eigentlich grundsaniert werden, doch weil es eine Landesstraße ist, ist die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Goslar zuständig. Vonseiten der Straßenmeisterei Herzberg tue sich allerdings nichts. Die Stadt habe deshalb bereits zur Selbsthilfe greifen und einfach selber ein paar Schlaglöcher stopfen wollen. Doch prompt seien die Mitarbeiter des Bauhofes bei ihrem Tun ertappt worden und umgehend habe sich die Straßenmeisterei jegliche weitere Versuche verbeten.

„Ich habe das Gefühl, die wollen das aussitzen“, sagte Gödecke. „Aber das lasse ich mir nicht gefallen.“

 

Schlammschlacht um Bartolfelder Dorfteich

Die Entschlammung des Dorfteichs sorgt in Bartolfelde für große Diskussionen. Bereits auf der jüngsten Ratssitzung zweifelten mehrere Bürger die Effektivität der Maßnahme an. Nun haben einige einmal nachgemessen: Ganze 45 Kubikmeter seien aus dem Teich geholt worden. Und das für 15.000 Euro.

Bauamtsleiterin Gödecke relativierte das aus ihrer Sicht. Was die abgesaugte Schlammmenge betreffe, lägen ihr höhere Zahlen vor. Vor allem aber hätte eine Ausbaggerung laut eingeholten Angeboten zwischen 180.000 und 300.000 Euro gekostet. „Dazu besteht dann die Gefahr, dass das schwere Gerät die Bodenschicht verletzt und der Teich undicht wird.“ Sie finde es da besser, lieber alle paar Jahre ran zu müssen, aber unterm Strich deutlich weniger zu bezahlen. Außerdem: „Die 1000 Kubikmeter Wasser, die für einen Feuerlöschteich vorgeschrieben sind, können wir locker garantieren.“

  

Scholmwehr: Königshütte fordert Schadenersatz

Auch das Thema Scholmwehr wird die Stadt noch länger beschäftigen. Nach den Diskussionen auf der vorangegangen Sitzung des Bauausschusses hat sich Ausschussvorsitzender Klaus-Peter Münch (CDU) mit mehreren Fachleuten unterhalten. Sein Fazit aus den Gesprächen: T-Träger und Verstrebungen der Brücke seien teilweise zur Hälfte durchgerostet. Das Geländer sei Bestandteil der Brückenkonstruktion, eine teilweise Sanierung daher nicht möglich, ohne die gesamte Brücke zu destabilisieren. Die Gesamtkosten eines Neubaus dürften zwischen 800.000 und einer Million Euro liegen. Als Ursachen für den schlechten Zustand hätten die Fachleute den mehrfachen Anstrich mit normaler Farbe auf den Grundanstrich von Bleimennige genannt sowie den Einsatz von Streusalz.

Letzteres nimmt die Königshütte als Eigentümerin des Scholmwehrs nun zum Aufhänger, um schwere Geschütze aufzufahren. Bei der Stadt sei mittlerweile eine „Schadensersatzforderung“ eingegangen, berichtete Bürgermeister Gans. Darin erkläre die Königshütte das Streusalz zur alleinigen Ursache der Korrosionsschäden, obwohl die Stadt schon seit Jahrzehnten fast völlig auf Streusalz verzichte. Nur bei extremer Witterung, zum Beispiel bei Eisregen, komme man nicht um Salz herum. „Ich finde die Forderung der Königshütte Überzogen“, ärgerte sich Gans. Man wolle das Problem Scholmwehr doch eigentlich gemeinsam lösen.

Fritz Vokuhl (Grüne) fand deshalb, die Stadt müsse die Königshütte unterstützen, zum Beispiel indem sie beim Stellen von Förderanträgen hilft. Klaus-Peter Münch sieht das genauso, schließlich gehe es um eine „wichtige Verbindung und ein schönes Bauwerk“. Aber er sieht auch die Eigentümerin selbst in der Pflicht: „Die Königshütte muss den ersten Schritt tun.“

 

Bebauungspläne und Straßensanierungen

Ach ja, und dann standen doch auch ein paar Formalien auf der Tagesordnung, die allesamt ohne Aussprache behandelt wurden. Der Ausschuss empfahl einstimmig eine Änderung des Bebauungsplanes Nr. 45 (Königshütte/Lauterberger Blechwarenfabrik), mit der lediglich die Nutzung eines bestimmten Wohnhauses offiziell „legalisiert“ wird. Bei einer Enthaltung lehnte er einen Antrag der BI zur Änderung der Straßenausbausatzung ab – da kein BI-Vertreter anwesend war, wurde der Antrag nicht näher erläutert.

Eine Änderung des Flächennutzungsplanes sowie den gleichzeitigen Beschluss des Bebauungsplanes Nr. 70 (Landenergie Bartolfelde) zog die Verwaltung kurzfristig von der Tagesordnung zurück. Der Bürgermeister begründete dies damit, es fehle noch ein weiteres Gutachten, bevor entsprechende Beschlüsse gefällt werden könnten.

Auf Anfrage von Erik Cziesla (CDU) erklärte Bauamtsleiterin Gödecke, es sollten auch in diesem Jahr wieder Straßen mit dem sogenannten DSK-Verfahren (Dünne Schichten in Kaltbauweise) saniert werden. Ausgeschrieben seien die Arbeiten für den Köhlerhang und die Silkeroder Straße. Auf dem Plan ständen außerdem Philosophenweg, Nasser Weg, Karl-Schmidt-Straße und Dr.-Bodo-Otto-Straße.

Die Sitzung des Stadtrates findet am Donnerstag (17.07.2014) um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses statt.

 


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