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Geschrieben von Boris Janssen am 07. September 2014.
Politik

Zutiefst befriedigt

Mister B 243n: Thomas Oppermann und die Umgehungsstraße für Barbis und Osterhagen

Mister B 243n und sein Herzensanliegen: Thomas Oppermann bei der Baustellenbesichtigung im August 2013.
Mister B 243n und sein Herzensanliegen: Thomas Oppermann bei der Baustellenbesichtigung im August 2013.
Für Oppermann ein „Tag der Hoffnung“: Der erste Spatenstich im Oktober 2008 mit (von links) Landrat Bernhard Reuter, Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee.
Für Oppermann ein „Tag der Hoffnung“: Der erste Spatenstich im Oktober 2008 mit (von links) Landrat Bernhard Reuter, Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee.
Der ganz große, befriedigende Moment: Die Verkehrsfreigabe der neuen Ortsumgehung (September 2014).
Der ganz große, befriedigende Moment: Die Verkehrsfreigabe der neuen Ortsumgehung (September 2014).

Tiefste Befriedigung, wer hätte das gedacht. Da hat Thomas Oppermann in Berlin mit NSA und Waffenlieferungen zu tun, mit Mindestlohn und EEG – und auf welchen Termin jibbelt der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion seit Monaten hin? Die Freigabe einer Umgehungsstraße für zwei kleine Dörfer im Südharz. Dem Vernehmen nach soll die Zeremonie zur Freigabe der B 243n am Freitag (05.09.2014) sogar extra um ein paar Stunden verschoben worden sein, damit Oppermann daran teilnehmen konnte. Es ging dabei nicht darum, sich bloß zu zeigen. Es ging darum, diesen Moment gemeinsam mit den Bad Lauterbergern zu erleben und tiefste Befriedigung zu genießen. Denn genau das habe ihm die Eröffnung dieser Straße gebracht, sagte Thomas Oppermann hinterher zu LauterNEUES: „Ein Gefühl tiefster Befriedigung!“

Nun ist es in der Politik mit Wahlen und häufig wechselnden Ämtern auch ein wenig Zufall, wer wie lange mit einer bestimmten Sache in Berührung kommt. Aber seit sich Thomas Oppermann für den Bundestags-Wahlkreis Göttingen engagiert, hatte er diese Umgehungstraße ständig auf der Agenda. Und seitdem war nach jahrzehntelangem Warten richtig Bewegung in die Sache gekommen. Auch das mag ein Zufall sein – aber Oppermann wird wohl nicht umsonst von so einigen „Mister B 243n“ genannt.

 

„Unerträglich, ja lebensbedrohend“

Los ging alles im Bundestagswahlkampf im August 2005. Eine Radtour führte den Mister auf der B 243 durch Osterhagen. Er war schier entsetzt: Der Verkehr sei „unerträglich, ja lebensbedrohend“, sagte er damals. Die Planungen zur Umgehung waren da immerhin schon vorangekommen, nicht zuletzt durch den Einsatz des bis 2003 amtierenden Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel (SPD), der die Angelegenheit nach einem legendären Besuch in Friedrich Kreters Wohnzimmer an der Barbiser Straße zur „Chefsache“ erklärt hatte, und natürlich der unermüdlichen Barbiser Arbeitsgemeinschaft. Oppermann versprach nach der Radtour umgehend: „Ich werde das politisch intensiv begleiten, damit es keine unnötigen Verzögerungen gibt.“ Darin bestärkten ihn auch mehrere eigene Wohnzimmerbesuche in Barbis und Osterhagen. Er erinnert sich noch gut an die klirrenden Tassen in den Schränken und die zitternden Wände, wenn mal wieder ein Lkw an den Häusern vorbeidonnerte.

 

Tiefensee zum Spatenstich verdonnert

Recht fix, am 14. März 2006 (Oppermann war inzwischen als Göttinger Direktkandidat in den Bundestag eingezogen), war dann endlich die Planfeststellung durch, jetzt musste das Vorhaben auf der Prioritätenliste nur noch nach oben auf Platz 1 wandern. 2008 war es soweit und Oppermann sorgte für Nägel mit Köpfen: „Ich wollte unbedingt, dass jetzt der Spatenstich kommt, damit das nicht mehr rückgängig gemacht werden konnte“, erzählte er am Freitag. Glücklicherweise war gerade SPD-Mann Wolfgang Tiefensee Bundesverkehrsminister. „Ich konnte ihn bei der Bahnreform ein wenig unterstützen, dafür musste er mir mit dem Spatenstich helfen.“ Und den vollführte Tiefensee sogar gleich persönlich am 30. Oktober 2008 im eisigen Schneeregen bei Osterhagen.

Damit war zwar der wichtigste Schritt für die B 243n getan. Und Thomas Oppermann machte schnell einige persönliche Schritte zu „einem der mächtigsten Männer der Sozialdemokratie“, wie es der Parlamentarische Staatssekretär aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Enak Ferlemann am Freitag ausdrückte. Aber „Mister B 243n“ beobachtete das große Bauprojekt in seinem Wahlkreis weiterhin ganz genau. Als die Straßenbauverwaltung nur wenige Wochen vor der zwischenzeitlich für Oktober 2013 geplanten Freigabe überraschend mitteilte, der Termin sei doch nicht zu halten, stattete Oppermann der Baustelle einen Besuch ab und ließ sich die Gründe erläutern.

Danach musste er einsehen: Es nützt nichts. Auch er muss eben noch zehn Monate länger warten auf diesen einen ganz großen Moment, der selbst einem Spitzenpolitiker aus dem Bundestag unter einer Fußgängerbrücke bei Barbis ein Gefühl tiefster Befriedigung verschafft. Am Ende aber hat sich das Warten gleich doppelt gelohnt: „Das ist eine tolle Straße“, sagte Oppermann nach der Fahrt im Autokorso – zutiefst befriedigt.

 

Mehr zum großen Tag auf der B 243n lesen Sie hier.


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