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Geschrieben von Boris Janssen am 30. Januar 2015.
Politik

Kein Schimmel in Grundschule am Hausberg

Gutachter gibt Entwarnung – Auch kein Asbest oder Formaldehyd gefunden

Hat laut Gutachten vor allem kosmetische Probleme: Der Keller der Grundschule am Hausberg.
Hat laut Gutachten vor allem kosmetische Probleme: Der Keller der Grundschule am Hausberg.

In der Grundschule am Hausberg gibt es keinen Schimmel – jedenfalls nicht mehr, als auch überall sonst. Das ist das Ergebnis des von der Stadt Bad Lauterberg in Auftrag gegebenen Raumluftgutachtens. Demzufolge ist das Gebäude außerdem weder mit Asbest und künstlichen Mineralfasern noch mit Formaldehyd belastet. Sanierungsbedarf gibt es laut Gutachten nur im Jugendraum, wo „regelmäßiger Feuchtezutritt“ die Bausubstanz schädige und „die Brandschutzsituation in dem Kellerraum als kritisch beurteilt“ wird.

Ansonsten sieht Gutachter Rainer Hartmann von der Gesellschaft für angewandte Biologie und Geologie aus Göttingen keinerlei akuten Handlungsbedarf. „Unter Zugrundelegung der vorstehenden Untersuchungsergebnisse und Beurteilungswerte kann festgestellt werden, dass in der begutachteten Schule sich keine Hinweise auf eine Belastung der Innenraumluft durch Schimmelpilzsporen ergaben“, schreibt er im Gutachten, das LauterNEUES vorliegt. Zu Asbest & Co. heißt es: „Die […] ermittelte Mineralfaserkonzentration […] ist somit als unkritisch zu beurteilen.“

In der Aula wurde das Lösungsmittel Diacetonalkohol gefunden, das aber nicht als allergieauslösend oder gesundheitsbelastend gelte. Außerdem sei der Raum bei der Messung gegen Ende der Weihnachtsferien seit 13 Tagen nicht gelüftet gewesen, bei normaler Nutzung „mit regelmäßigem Luftwechsel infolge Öffnen der Türen und Fenster dürfte die Innenraumluftkonzentration unterhalb der Bestimmungsgrenze abgesunken sein“, soll heißen: in den nicht mehr messbaren Bereich. Unter der Bestimmungsgrenze lag auch die Konzentration eines weiteren kritischen Stoffes: „Formaldehyd konnte somit nicht nachgewiesen werden.“

 

Bürgermeister: „Viel Lärm um Nichts“

Bürgermeister Dr. Thomas Gans hielt bei der Präsentation des Gutachtens am Freitag (30.01.2015) mit seiner Freude nicht hinter dem Berg. Und auch nicht mit der Kritik an den Kritikern des Ratsbeschlusses, die Grundschule am Hausberg zum künftig einzigen Grundschulstandort der Stadt zu machen: „Die Verleumdungen sind widerlegt. Die Hausberg-Schule ist gut, das alles war viel Lärm um Nichts.“ Das Gutachten beweise, wovon er schon immer überzeugt gewesen sei: „Das Thema ist Panikmache von jenen, die die Schule schlecht machen wollen.“ Nun herrsche in dieser wichtigen Frage Klarheit, gleichwohl hätte er den vierstelligen Betrag, den das Gutachten kosten wird, lieber in die Ausstattung der Schule gesteckt.

Die Stadt hatte das Gutachten im Dezember in Auftrag gegeben, nachdem der Gesundheitsamtsinspektor des Landkreises Osterode sich aufgrund von Anzeigen das Schulgebäude einmal angeschaut und dabei „verdächtige Stellen an den Wänden der Außenmauern festgestellt“ hatte. Anstatt nur eine befürchtete Schimmelbelastung zu klären, ließ die Stadt bei der Gelegenheit gleich noch andere gesundheitsgefährdende Stoffe aufspüren.

 

Wie gemessen wurde

Das beauftragte Büro kannte die Schule bereits: 2007 hat es schon einmal den Jugendraum auf Schimmel untersucht. Die jetzigen Untersuchungen wurden in mehreren Räumen im gesamten Gebäude vorgenommen. Die Messungen fanden gegen Ende der Weihnachtsferien statt, also in einer Zeit, in der der natürliche Luftaustausch, für den normalerweise Lüften und ständiges Türenöffnen sorgen, ohnehin sehr gering ist. Zusätzlich wurden im Vorfeld der Messungen Türen und Fenster für über 24 Stunden geschlossen gehalten. „Worst-Case-Szenario“ nennen die Gutachter solch absichtlich herbeigeführte ungünstige Bedingungen, bei denen die Konzentration eventuell vorhandener Schadstoffe höchstmöglich ausfallen soll. Direkt vor den Messungen wurden Wände und Fußböden angewedelt und angeblasen, um mögliche Pilzsporen aufzuwirbeln, wie es eben auch im normalen Schulbetrieb der Fall wäre.

Trotz Worst-Case-Bedingungen gibt Gutachter Rainer Hartmann nun also Entwarnung auf ganzer Linie. Die Schimmelsporen, die gefunden wurden, gelten als ubiquitär, das heißt, sie sind allgegengewärtig. Sie wachsen zum Beispiel auf Laub und kommen sozusagen ganz natürlich in der Luft vor, und zwar überall. Die innerhalb der Grundschule am Hausberg festgestellten Werte weichen nicht so stark von denen ab, die in der Außenluft vor der Schule festgestellt wurden, als dass von einer zusätzlichen Belastung aus dem Gebäude selbst ausgegangen werden kann.

 

Warten auf die Genehmigung

Über die gesundheitlichen Gefahren des Schulgebäudes herrscht nun also Klarheit. Ansonsten passiert momentan noch nicht wirklich viel in Sachen Schulzusammenlegung. Natürlich mache sich die Verwaltung intern schon ihre Gedanken zum Thema. Aber weder seien bisher Architekten beauftragt worden, noch seien Ausschreibungen erfolgt. Der Bürgermeister erklärt das so: Bevor die Landesschulbehörde nicht grünes Licht für die Schließung der Grundschulen Bartolfelde und Barbis gebe, könne man nichts Verbindliches unternehmen, schon gar nichts, was Geld kostet. Die Anträge seien gestellt, jetzt prüfe die Behörde halt, der Rest ist Warten.

Was die schulinternen Abläufe der Zusammenlegung betrifft, sieht sich die Stadtverwaltung im Übrigen fein raus. Besetzung, Lehrpläne, Schulorganisation - das sei schließlich alles Sache des Landes. Die Stadt als Schulträger sei nur für das Gebäude und benötigte Sachmittel zuständig.

Gans widersprach Befürchtungen, mit der Grundschule Bartolfelde verliere die Stadt zum Ende des laufenden Schuljahres zwingend die Schulform der offenen Ganztagsschule. Sollte diese Schulform von der Elternschaft gewünscht sein, könne man sie „jederzeit“ für die Grundschule am Hausberg beantragen. Anträge für das jeweils nächste Schuljahr sollten zwar bis spätestens zum 1. Dezember gestellt werden, diese Frist sei jedoch eher für eine ausreichende Vorbereitungsphase gedacht. „Gerade in unserer Situation kann ich mir nicht vorstellen, dass die Schulbehörde einen Antrag nur wegen Verstreichen der Frist ablehnen würde, wenn wir sagen, wir kriegen das hin.“

 

Zum Nachlesen: Das Gutachten kann auf der Website der Stadt abgerufen werden  hier klicken (externer Link).


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