Geschrieben von ski am 17. April 2016
Bernd Wiedemann bleibt Ortsbrandmeister
Harmonische Jahreshauptversammlung der Bad Lauterberger Feuerwehr

Große Überraschungen gab es diesmal nicht: Bernd Wiedemann hat nun sechs Jahre als Ortsbrandmeister hinter sich, und die stimmberechtigten Aktiven der Bad Lauterberger Feuerwehr sprachen sich mehrheitlich dafür aus, dass er das Amt weiterhin übernimmt. Das Ehrenbeamtenverhältnis für weitere sechs Jahre muss nun noch durch einen Ratsbeschluss offiziell bestätigt werden.
Angesichts der Wiederwahl von Wiedemann sorgte Stadtbrandmeister Martin Dannhauer mit, nun ja, subtilem moralischen Druck dafür, dass sich der alte und neue Ortsbrandmeister zur Ausgabe von 50 Liter Freibier verpflichtete, was natürlich zur guten Stimmung beitrug.
Nicht immer war die Jahreshauptversammlung der Bad Lauterberger Feuerwehr so entspannt verlaufen wie am vergangenen Samstag (16.4.), aber auch das Einsatzjahr 2015 war ruhig geblieben: „Von größeren Katastrophen sind wir zum Glück verschont worden“, so resümierte Wiedemann. Er konnte in seinem Jahresbericht vermelden, dass die Zahl der Einsätze insgesamt rückläufig war. Von 85 Einsätzen waren die Kameraden zu 17 Brandeinsätzen, 46 technischen Hilfeleistungen, einer Alarmübung und einer gemeinsamen Übung mit der Kreiswehr ausgerückt. Als erfreulich bewertete er, dass die Zahl der Fehl- und Täuschungsalarme durch Brandmeldeanlagen erneut zurückging: 20 BMA-Einsätze waren zu verzeichnen. Hier mache sich die verstärkte Modernisierung und Wartung der Anlagen bemerkbar, wofür er sich im Namen der Kameraden bei den Betreibern bedankte. Neben solchen Einsätzen leistete die Feuerwehr im abgelaufenen Jahr auch noch Dienstleistungen wie das Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung und die Bewirtung beim Muschinsky-Sommerfest und beim Exide-Fest. Zugenommen haben die Türöffnungen, stellte der Ortsbrandmeister fest. Eine große Alarmübung fand im Dezember am Hotel Panoramic statt, wo ein Brand im 7. Stock simuliert wurde.
Im April konnte die Kinderfeuerwehr ihr 5-jähriges Bestehen feiern. Sie ist eine besondere Erfolgsgeschichte: am Jahresende 2015 zählte sie 28 Mitglieder. Auch die Jugendfeuerwehr ist mit 26 Jugendlichen gut aufgestellt und auch sie hatte 2015 ein Jubiläum gefeiert, nämlich das 50-jährige. Und Jugendfeuerwehrwart Daniel Welz kann sich darauf freuen, dass bald schon fast ein Drittel der Kinderfeuerwehr von Kinderfeuerwehrwartin Sonja Kutschinske in seine Verantwortung übergeben wird – der Nachwuchs ist also erst einmal gesichert.
Die Einsatzabteilung hat derzeit 117 Mitglieder. Um die Einsatzfähigkeit auch tagsüber zu gewährleisten, sprach sich Wiedemann für weitere Doppelmitgliedschaften in den Wehren von Wohnort und Arbeitsort aus.
Vom Förderverein konnte ein gebrauchter Rüstwagen für schwere technische Hilfeleistungen sowie ein gebrauchtes Rettungsboot mit Trailer und Außenbordmotor beschafft werden, außerdem noch Technik für den Schulungsraum. Wiedemann bedankte sich bei allen Förderern und Unterstützern und appellierte an alle Bürger, ihre Feuerwehr zu unterstützen.
Zugführer Stefan Eicke äußerte in seinem Bericht Unverständnis über einige Entscheidungen der Verwaltung aus, bei denen Einsätze den Bürgern in Rechnung gestellt wurden.
Auch in den nächsten Jahren stehen für die Bad Lauterberger Wehr teure Ersatzbeschaffungen an. Bürgermeister Dr. Thomas Gans freute sich in seinem Grußwort, dass die angespannte Finanzsituation der Stadt jetzt zumindest schon etwas besser aussehe und der Feuerwehrbedarfsplan daher nicht nur erfüllt, sondern etwas übererfüllt werden konnte. Und ein kleines Zuckerl hatte er auch zu verkünden: künftig genießen nicht nur die Aktiven freien Eintritt ins Vitamar, auch die Jugendfeuerwehr darf künftig dort planschen gehen, und einem Ausflug der Kinderfeuerwehr in das Bad steht nichts entgegen. Im Herbst, so kündigte Gans an, solle es außerdem wieder eine Vollversammlung aller Ortswehren geben.
Regierungsbrandmeister Karl-Heinz Banse lobte die Neuanschaffungen, die die Stadt in den vergangenen Jahren getätigt hatte und freute sich, dass dabei über die bloßen Mindestvorschriften und Minimalstandards hinausgegangen wurde, zum Beispiel mit dem wasserführenden Fahrzeug für Osterhagen, aufgrund der Löschwasserproblematik dort eine sinnvolle Anschaffung: „Hier wurde mit Weitblick gehandelt“. Er berichtete zudem von den Auswirkungen der Flüchtlingssituation auf die Landesfeuerwehrschule.
Und Thomas Schulze, der stellvertretende Kreisbrandmeister lobte die Qualität des Digitalfunks, dem immer noch viele Feuerwehrleute skeptisch gegenüberstehen: „Lasst uns vor der Technik nicht davonlaufen“. Viel Verhandlungsarbeit steht der Feuerwehr auf Kreisebene jedoch noch angesichts der Landkreisfusion vor.
Ernennungen und Beförderungen
Von der Jugendfeuerwehr an die aktive Wehr übergeben wurden Ines Markwordt, Frederike Spielvogel, Haiko Winter und Dustin Pfeffer; die letzteren drei wurden zum Feuerwehrmann bzw. zur Feuerwehrfrau ernannt. Frederike Backhoff und Malte Bäcker sind nun Oberfeuerwehrfrau bzw. Oberfeuerwehrmann. Zum Hauptfeuerwehrmann wurden Florian Banse, Felix Heinecke und Mario Wey ernannt, zum 1. Hauptfeuerwehrmann Markus Eicke und Michael Steinecke. Jan-Boy Dietrich wurde zum Löschmeister befördert, Daniel Schafberg und Sonia Großheim zum Oberlöschmeister bzw. zur Oberlöschmeisterin, und Karsten Spielvogel zum Hauptlöschmeister. Pascal Herbrich konnte die Beförderung zum Brandmeister entgegennehmen. Außerdem erhielt Karl-Heinz Krüger das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Niedersachsen für 40 Jahre ehrenamtlichen Dienst.
Nach dem offiziellen Teil konnten die zahlreichen Teilnehmer der Jahreshauptversammlung, darunter Vertreter aller Ortswehren und zahlreiche Gäste, endlich zu den kalten Platten und dem passenden Hopfengetränk vorrücken.