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Geschrieben von Boris Janssen am 18. September 2015
Aktuell

Lost Place Kurpark

Bürgermeister: Langes Warten auf Förderprogramm und hoher Krankenstand im Bauhof sind schuld am Zustand

Mitten in Bad Lauterbergs, ähm, grüner Lunge: Der ehemalige Minigolf-Platz im Kurpark bietet seit Monaten ein erbärmliches Bild.
Mitten in Bad Lauterbergs, ähm, grüner Lunge: Der ehemalige Minigolf-Platz im Kurpark bietet seit Monaten ein erbärmliches Bild.
Selbst die schönste Kulisse hat es schwer, von den zum Teil total zugemoosten Wegen abzulenken…
Selbst die schönste Kulisse hat es schwer, von den zum Teil total zugemoosten Wegen abzulenken…
…auf denen es aber immerhin zu den besseren Bänken im Park geht.
…auf denen es aber immerhin zu den besseren Bänken im Park geht.
An der Wassertretstelle sind die Sitzmöbel hingegen schon etwas abgeliebt…
An der Wassertretstelle sind die Sitzmöbel hingegen schon etwas abgeliebt…
…und dieses sollte lieber nicht ausgerechnet in der Nähe der Konzertmuschel stehen.
…und dieses sollte lieber nicht ausgerechnet in der Nähe der Konzertmuschel stehen.
Auf dem Parkplatz an der Stadtmühle böte sich der Einsatz einer Astschere an.
Auf dem Parkplatz an der Stadtmühle böte sich der Einsatz einer Astschere an.
In der Schulstraße lagen die von den Anwohnern zusammengetragenen Laubberge bis vor Kurzem über Wochen herum.
In der Schulstraße lagen die von den Anwohnern zusammengetragenen Laubberge bis vor Kurzem über Wochen herum.
Es gibt aber auch Lichtblicke: Der Brunnen am Postplatz ist in diesem Jahr von einer ständigen Algenpfütze zum Blütenmeer geworden.
Es gibt aber auch Lichtblicke: Der Brunnen am Postplatz ist in diesem Jahr von einer ständigen Algenpfütze zum Blütenmeer geworden.

Gäste, die Bad Lauterberg aus den vergangenen Jahren mit farbenfrohen Wildblumen, gepflegten Plätzen und sauberen Straßen in Erinnerung behalten haben, dürften in diesem Jahr einigermaßen ernüchtert durch die Kneippstadt spaziert sein. Während Geschäfts- und Privatleute in Eigeninitiative den Boulevard weiter herausputzen oder zum Beispiel (fast alleine) einen fröhlich-bunten Osterbrunnen gestaltet haben, wirken so einige Bereiche in der Verantwortung des städtischen Bauhofes arg vernachlässigt. Stellenweise beherrschen keine Wildblumen mehr die Rabatten, sondern unkontrollierter Wildwuchs. Auf dem Spielplatz Brauhardtgasse gleich neben der Einkaufsstraße konnten die Kinder im August durch für sie kniehohes Gras streifen. Unter den Bäumen in der Schulstraße – nicht zuletzt Station für Bismarckturmshuttle und Nachtwächterführungen sowie Treff- und Ausgangpunkt zahlreicher Wanderungen – wucherte das Unkraut im Pflaster und das vereinbarungsgemäß von den Anwohnern zusammengefegte Laub rottete in Bergen vor sich hin. Und das sind nur einige Beispiele, alle zur absoluten Hochsaison.

Am trostlosesten allerdings sieht noch immer ausgerechnet der Kurpark aus. Zugemooste Wege. Bänke, die man aus dem Winterlager mal lieber gleich zum Sperrmüll gestellt hätte. Und spätestens der peinliche Anblick der Minigolf-Ruine verleiht dem grünen Herzstück der Stadt einen regelrechten Lost-Place-Charakter.

 

„Großer Wurf“ soll endlich kommen

Nein, vergessen sei der Kurpark nicht, beruhigt Bürgermeister Dr. Thomas Gans. Ganz im Gegenteil wolle die Stadt den Park wie versprochen gründlich aufmöbeln, unter anderem mit neuem Spielplatz, Minigolf-Gelände und Eisbahn für den Winter. Doch für Umfang und Zeitpunkt der Maßnahme sei ein Faktor ganz entscheidend: Gelder aus dem EU-Förderprogramm für regionale Entwicklung. Das sei schon seit Jahren angekündigt, aber erst bei einer Veranstaltung im vergangenen Juli in der Göttinger Lokhalle seien die Kriterien bekanntgeben worden. „Die Antragsphase geht jetzt erst los“, bedauert Gans. Die Verwaltung erarbeite nun ein Konzept, um einen möglichst erfolgversprechenden Antrag einreichen zu können. Die Pläne sollen der Öffentlichkeit dann noch vorgestellt werden. „Und wir hoffen, im nächsten Jahr endlich den großen Wurf im Kurpark hinzubekommen.“

Die Aussicht auf eine großzügige Förderung sei auch der Grund, warum „wir in diesem Jahr nicht so viele Neuerungen vorgenommen haben“, erklärt Thomas Gans. Was den Zustand speziell des Minigolf-Platzes angeht, sieht er die Schuld aber beim bisherigen Pächter: „Der hat uns das einfach so hinterlassen.“

 

Bauhof nicht nur mit Haus des Gastes beschäftigt

Bei der restlichen Misere nimmt der Verwaltungschef die Mitarbeiter des Bauhofes in Schutz. Sie seien nicht etwa, wie es immer wieder heiße, nur noch mit dem Umbau des Haus des Gastes beschäftigt – hier hätten im Gegenteil die Arbeiten über Monate geruht, weil man tatenlos auf die Baugenehmigung warten musste. Beim Bauhof mache sich vielmehr bemerkbar, dass im Zuge des Sparpaketes zwei weitere Stellen gestrichen wurden. Und zu allem Überfluss seien im Sommer über einen längeren Zeitraum gleich mehrere Kollegen krankheitsbedingt ausgefallen, da sei einiges liegengeblieben.

Ärgerlich daran ist allerdings eines: Eine bestimmte Gruppe von Menschen werden diese Erklärungen nicht erreichen, und falls doch, sind sie ihnen wohl wurscht – die Gäste nämlich, die für eine Woche Urlaub in Bad Lauterberg 15 Euro Kurtaxe gezahlt haben.


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