Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung von LauterNEUES erklären Sie sich damit einverstanden.

Dienstag, 17. September 2019
Login



Geschrieben von ski am 04. Juli 2019
Aktuell

"Ihr müsst erst mal zur Feuerwehr nach Bad Lauterberg kommen!"

Ministerpräsident Stephan Weil besuchte auf seiner Sommerreise die Bad Lauterberger Wehr

b_590_0_16777215_00_images_stories_com_form2content_p19_f10575_weil7.jpg
Keine Höhenangst: der Ministerpräsident bestieg die Drehleiter...
Keine Höhenangst: der Ministerpräsident bestieg die Drehleiter...
...und drehte ein Handyvideo.
...und drehte ein Handyvideo.
Die mitreisenden Presseleute nutzten die Gelegenheit für schicke Bilder...
Die mitreisenden Presseleute nutzten die Gelegenheit für schicke Bilder...
...und die Jugendfeuerwehr nutzte die Gelegenheit für ein Selfie mit dem Ministerpräsidenten.
...und die Jugendfeuerwehr nutzte die Gelegenheit für ein Selfie mit dem Ministerpräsidenten.
Weil im Gespräch mit Feuerwehrpräsident Karl-Heinz Banse, dem Bürgermeister, Ortsbrandmeister Bernd Wiedemann und Stadtbrandmeister Klaus-Dieter Schröder
Weil im Gespräch mit Feuerwehrpräsident Karl-Heinz Banse, dem Bürgermeister, Ortsbrandmeister Bernd Wiedemann und Stadtbrandmeister Klaus-Dieter Schröder
Die KameradInnen zeigten und erklärten ihre Ausrüstung...
Die KameradInnen zeigten und erklärten ihre Ausrüstung...
...und demonstrierten ihre Fähigkeiten.
...und demonstrierten ihre Fähigkeiten.

Ganz großer Bahnhof, äh, Feuerwehrhof: am Mittwochabend (04.07.2019) hatte sich bei der Bad Lauterberger Feuerwehr hoher Besuch angesagt. Ministerpräsident Stephan Weil stattete ihr auf seiner Sommerreise einen Besuch ab. Eine Gelegenheit für die Lauterberger, zu zeigen, was hier alles geleistet wird oder, wie Bürgermeister Dr. Thomas Gans es ausdrückte: "Die sollen ruhig sehen, dass wir hier in der Provinz auch nicht auf dem Baum schlafen." Die, das waren neben Weil selbst vor allem die mitreisenden Journalisten.

Und vorzuzeigen gab es ja nun eine Menge: "Die Bad Lauterberger Wehr ist top ausgestattet, solche Fahrzeuge hat so manche Berufsfeuerwehr nicht", so sagte Landesfeuerwehrpräsident Karl-Heinz Banse. Das hat aber auch gute Gründe, wie Stadtbrandmeister Klaus-Dieter Schröder und seine Feuerwehrkameraden ihren Besuchern erläuterten. Denn Bad Lauterberg mag eine kleine Stadt sein - aber sie hat ganz besondere Gefahrenlagen: mehrere Hochhäuser, drei Kliniken, große Hotelanlagen und Altenheime, die autobahnähnliche Schnellstraße, unzugängliches Waldgebiet, die Talsperre, mit der Exide einen Großbetrieb mit besonderen Brandgefahren, dazu Häuser wie etwa in der oberen Hauptstraße, die überhaupt nur von einer Seite zugänglich sind. All das müssen die vier Lauterberger Ortswehren bewältigen können und benötigen dazu eine gute Ausrüstung.

Das alles ist natürlich richtig, richtig teuer: allein das neueste Fahrzeug, das beim nächsten Hoffest der Kernstadtwehr am 3. August offiziell in Dienst gestellt werden soll, hat die Stadtkasse um rund 400.000 Euro erleichtert. "Ich weiß ja auch, dass Bad Lauterberg finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet ist. An diesen Fahrzeugen und dieser Ausrüstung sieht man also, welch einen hohen Stellenwert und welche Wertschätzung die Feuerwehr hier in der Stadt hat", lobte Weil. Er ließ sich geduldig die Funktionen und die Ausstattung der einzelnen Fahrzeuge erklären und zeigte sich entsprechend beeindruckt. Denn die FeuerwehrkameradInnen erläuterten sachkundig und professionell, welches Equipment für welche Einsatz- und Gefahrenlage benötigt wird. Der Ministerpräsident war dabei für jeden Spaß zu haben: ein Selfie mit der Jugendfeuerwehr, das Löschen eines Feuers mit dem Handfeuerlöscher und schließlich noch eine Fahrt himmelwärts mit der Drehleiter. Bis ganz nach oben ließ er sich - vorschriftsmäßig gesichert - im Korb die 32 Meter hochbefördern und nutzte die Gelegenheit, um ein kleines Handyvideo zu drehen. An Höhenangst leidet Weil dabei offensichtlich nicht: "Das hat so richtig Spaß gemacht", sagte er grinsend, als er wieder ausstieg. Auch den Einsatzleitwagen, der mit modernster Kommunikationstechnik ausgestattet ist, ließ er sich genau erklären, bevor er bei einer Bratwurst und einem Bier noch ein bisschen mit den Feuerwehrleuten fachsimpelte.

Eine tolle Ausrüstung haben die Bad Lauterberger Wehren also - der Hof der Feuerwehr an der Scharzfelder Straße war voller neuer beziehungsweise fast neuer Fahrzeuge. Bürgermeister Dr. Thomas Gans erinnerte angesichts dessen aber auch daran, warum die Lauterberger Wehren nun lauter neue Fahrzeuge haben: "Zuvor wurde nämlich viele Jahre lang nichts in die Feuerwehren investiert - das waren alles rostige Schrotthaufen." Wenn man die jetzigen, neuangeschafften Fahrzeuge mit ihren Vorgängern vergleicht, die aus den 1980er Jahren stammten, sieht man eine enorme technische Entwicklung, meint auch der Ortsbrandmeister der Kernstadt, Bernd Wiedemann. Und Brandabschnittsleiter Martin Dannhauer findet: "Wir brauchen ja den Nachwuchs in der Wehr. Mit altem Schrott als Ausrüstung kann man den aber nicht begeistern - da muss man auch etwas bieten."

Doch mit den neuen Fahrzeugen allein ist es ja leider nicht getan - bekanntlich hat die Feuerwehrunfallkasse, also der Träger der Pflichtversicherung der Feuerwehrleute, ja sämtliche Feuerwehrhäuser bemängelt und die Stadt vor schwierige und finanziell kostspielige Entscheidungen gestellt. Denn die Häuser müssen entweder ertüchtigt werden, um den aktuellen Vorschriften zu entsprechen (also umgebaut und erweitert), oder gleich neu gebaut. Für Bartolfelde und Osterhagen wird dies durch den Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses in der Bauke geschehen, wofür sich die Stadt einen Zuschuss in Höhe von 450.000 Euro sichern konnte. Doch für die Feuerwehrhäuser in Barbis und Bad Lauterberg müssen längerfristig noch Lösungen gefunden werden, denn auch sie entsprechen nicht mehr den Vorschriften der Feuerwehrunfallkasse. Der Stadt werden ihre Wehren also auch in Zukunft lieb, vor allem aber auch teuer sein - auch wenn die Ausrüstung schon erstklassig ist.

Wie der Ministerpräsident befand: "Bei so viel Wertschätzung für die Feuerwehr in Bad Lauterberg ist es ja eigentlich nur folgerichtig, dass der Landesfeuerwehrpräsident von hier kommt." Und er verkündete angesichts der vielen Fahrzeuge, Spezialgeräte und der tollen Präsentation: "Wenn ich Zukunft irgendwo eine Feuerwehr besuche, werde ich sagen: Das ist ja alles ganz nett hier. Aber ihr müsst erst mal nach Bad Lauterberg kommen!"


mt_ignore

.................................................................................................................................................

Stellenmarkt

Bild der Woche