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Sonntag, 26. Mai 2019
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Geschrieben von Boris Janssen am 29. April 2019.
Politik

Wie Europa vor Ort wirken kann

EU-Parlamentarier Bernd Lange (SPD) hat die neue Minigolfanlage und die Klinik Dr. Muschinsky besucht

Minigolf ist einfach ein Evergreen (v.l.): Gero Fröhlich, Bernd Lange, Thomas Gans, Kreistagsabgeordnete Barbara Rien, Frank Uhlenhaut, Karl Heinz Hausmann, Kreisrat Marcel Riethig und der Vorsitzende der SPD Bad Lauterberg Uwe Speit.
Minigolf ist einfach ein Evergreen (v.l.): Gero Fröhlich, Bernd Lange, Thomas Gans, Kreistagsabgeordnete Barbara Rien, Frank Uhlenhaut, Karl Heinz Hausmann, Kreisrat Marcel Riethig und der Vorsitzende der SPD Bad Lauterberg Uwe Speit.
Stolz präsentiert Gero Fröhlich (Mitte) das in der Region bisher einzigartige Fußball-Billard.
Stolz präsentiert Gero Fröhlich (Mitte) das in der Region bisher einzigartige Fußball-Billard.
„Das zeigt, wie Europa vor Ort wirken kann“: Bernd Lange freut sich über das LEADER-Schild am Eingang zur Anlage.
„Das zeigt, wie Europa vor Ort wirken kann“: Bernd Lange freut sich über das LEADER-Schild am Eingang zur Anlage.
Erik Cziesla (Mitte) führt Bernd Lange (r.) und Karl Heinz Hausmann durch das neu gestaltete Hotel Muschinsky...
Erik Cziesla (Mitte) führt Bernd Lange (r.) und Karl Heinz Hausmann durch das neu gestaltete Hotel Muschinsky...
...in dessen Schwimmbad ebenfalls Therapien stattfinden – zum Beispiel mit den Hydroridern, im Wasser stehenden „Aquabikes“.
...in dessen Schwimmbad ebenfalls Therapien stattfinden – zum Beispiel mit den Hydroridern, im Wasser stehenden „Aquabikes“.

„Klasse!“ Europaparlamentarier Bernd Lange ist zufrieden mit der neuen Minigolfanlage im Bad Lauterberger Kurpark. Und er freut sich über das gut sichtbare Schild, das auf die Förderung mit LEADER-Mitteln der EU hinweist. „Das ist ein Beispiel, wie Europa konkret vor Ort wirken kann.“

Der Spitzenkandidat der SPD Niedersachsen war am Freitag (26.04.2019) exakt einen Monat vor der Europawahl auf Wahlkampftour im Altkreis Osterode – in Bad Lauterberg besuchte er als Erstes die Minigolfanlage. Sie wurde im Sommer 2018 eröffnet, gehört der Stadt und wird von der SFB GmbH als Pächterin betrieben. Ihr Bau war mit 84.000 Euro an LEADER-Mitteln gefördert worden. Bürgermeister Dr. Thomas Gans, SFB-Geschäftsführer Gero Fröhlich und der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe der LEADER-Region (LAG) Frank Uhlenhaut wollten dem Gast aus Brüssel einmal zeigen, „was man mit EU-Mitteln machen kann“.

 

„Wir haben das richtig gemacht“

Und zwar das: Man sei sich in der Stadt einig gewesen, dass der Kurpark altehrwürdig ist, aber mehr Leben nötig hatte, umriss Bürgermeister Gans die Geschichte. Bei Befragungen sei schnell klar geworden, dass für die Bad Lauterberger und ihre Gäste auch ein Ersatz der maroden Minigolfanlage dazugehören sollte. Minigolf sei eben nicht altbacken, sondern ein eher zeitloser Spaß, es muss nur zeitgemäß ausgestattet sein. Also habe man die Anlage als Teilprojekt zur Kurpark-Belebung in der LAG vorgeschlagen – mit Erfolg. Mit der SFB habe man einen kompetenten Partner gefunden, der die Anlage betreibt und auch selber einiges investiert hat. „Das ist eine gute Symbiose“, sagte Gans.

Mit einigem Stolz präsentierte Gero Fröhlich denn auch die zusätzlichen Investitionen der SFB, den Gastro-Kiosk, das Shuffleboard und das Fußball-Billard. Natürlich sind solche Outdoor-Attraktionen immer vom Wetter abhängig, aber Fröhlich ist zufrieden, die Anlagen würden gut angenommen: „Es gab auch schon Tage, da hatten wir alle Minigolfschläger gleichzeitig ausgegeben.“ Vollauslastung also. Die Minigolfanlage sei ein voller Erfolg, lautet das Fazit von Thomas Gans: „Wir haben das richtig gemacht.“

 

LEADER-Förderung: Urdemokratisch, aber auch viel zu komplex 

Nur eines sei schon sehr schwierig: der „Förderwust“ bei dem Programm. Nun sei der Altkreis Osterode zum ersten Mal LEADER-Region und man habe erst Erfahrungen sammeln müssen, beschrieb Gans. Doch, wie LAG-Vorsitzender Uhlenhaut bestätigte, die eigentliche Antragstellung sei schon für eine Stadtverwaltung sehr komplex. „Vereine sind damit schlicht überfordert“, so Uhlenhaut.

„Och, bei LEADER ist das doch noch relativ einfach“, entgegnete Bernd Lange daraufhin prompt, aber auch mit einem leichten Augenzwinkern. Er führte die Probleme weniger auf die EU-Ebene zurück, als mehr auf die „deutsche Gründlichkeit“.  „In Niedersachsen müssen wir überlegen, wie wir das vereinfachen“, gab er dem Landtagsabgeordneten Karl Heinz Hausmann (SPD) mit auf den Weg, der die Tour begleitete.

Davon abgesehen ist Bernd Lange ein großer Fan von LEADER. „Das ist ein urdemokratisches Programm.“ Die Menschen vor Ort entschieden selber, welche Projekte gefördert werden sollen, und auf dem Weg dahin redeten und arbeiteten Menschen miteinander, die es sonst vielleicht nicht tun würden. Deshalb setze er sich dafür ein, dass die LEADER-Förderung ausgeweitet wird. Und der mit Traumspielplatz, Fitness-Geräten und eben der geförderten Minigolfanlage neu belebte Kurpark von Bad Lauterberg ist für Lange ein gutes Beispiel für eine gelungene Umsetzung.

 

Wie man den Fachkräftemangel in der Klinik spürt

Im Anschluss besuchte der Europaabgeordnete die Klinik Dr. Muschinsky. Geschäftsführer Erik Cziesla ist mit der Situation des Unternehmens rundum zufrieden. Man habe in der Klinik eine Auslastung von 85 bis 95 Prozent. Die Ausbildung in eigenen Schulen, das MVZ in der Aue, Ambulanter Dienst und Tagespflege sowie das der Klinik direkt benachbarte Hotel – jetzt sprach Cziesla von einer „guten Symbiose“. Zahlen, Vernetzung, Kontakte zu Behörden, Qualität der eigenen Dienstleistung: „Alles gut. Wir haben ein gutes Verhältnis zu allen und man braucht die richtigen Kräfte.“

Apropos Kräfte. Die drei Bad Lauterberger Kliniken beschäftigten zusammen etwa 500 Mitarbeiter*innen, so Cziesla. „Unser Sektor gehört damit zu den größten Arbeitgebern der Stadt.“ Allerdings sei der Fachkräftemangel deutlich spürbar – und auch das Bedürfnis nach besserer „Work-Life-Balance“. So gebe es für die Tagespflege mit regelmäßigen Arbeitszeiten immer genug Bewerbungen. In der Klinik sei das schon schwieriger, wobei man in Bad Lauterberg immerhin noch den Vorteil habe, dass es deutlich ruhiger zugehe, als in den umliegenden Großkliniken. Im MVZ dagegen wäre noch Platz für mindestens eine*n Allgemeinmediziner*in. „Sie wären sehr willkommen, sind aber nicht zu finden.“

Aber auch als Kunde bekomme das Unternehmen den Fachkräftemangel zu spüren. Eigentlich habe man ja noch in diesem Jahr drei Millionen Euro verbauen wollen, „aber wir finden die Handwerker nicht“, erzählte Cziesla. Und so wird das aktuelle Bauprojekt dann wohl doch nicht wie geplant noch in diesem Jahr fertig: Das Dachgeschoss der Klinik soll Stück für Stück zum Vollgeschoss umgebaut, das Treppenhaus verlegt und drei neue Fahrstühle eingebaut werden. Es geht dabei nicht um eine Vergrößerung des Betriebes, sondern um mehr Qualität: Die Bettenzahl bleibt gleich, es soll künftig deutlich mehr und großzügigere Einzelzimmer geben.

Bei einem Rundgang durch Hotel und Klinik stellten dann ärztliche und therapeutische Leitungen das Haus und ihre Arbeit etwas genauer vor. Eine Besichtigung der Baustelle schloss den Besuch ab.

 

Bernd Lange hat am selben Tag auch Osterode und Herzberg besucht. Mehr dazu lesen Sie in diesem Artikel.


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